Getaggt mit Rezension

Plattenkritik /// Guided by Voices “Let’s Go Eat The Factory”

Die Reunion des Lo-Fi-Dinos: Attitüde bewahrt. Authentisch geblieben. Alles richtig gemacht. Scheiß auf Reunion-Bashing: Wenn sich so essenzielle Kapellen wie Guided By Voices nach langjähriger Enthaltsamkeit wieder zusammentun und ein Album abliefern, das so dringlich klingt, wie auf dem Peak ihres musikalischen Schaffens aufgenommen (1994-95), dann bewahrt auch eine kritische Objektivität nicht davor, Let’s Go … Weiterlesen

Plattenkritik /// Casiokids “Aabenbaringen Over Aaskammen”

Casiokids züchten wunderliche Synthie-Pop-Pflänzchen mit noch wunderlicheren Texten auf Norwegisch. Das norwegische Kaff Bergen muss man sich wie all die verschlafenen Kleinstädte in Stephen-King-Romanen vorstellen: Es leidet an völliger Belanglosigkeit. Wenn da nur nicht die genialen Einwohner wären, die reihenweise Landflucht antreten und die große Karriere in der Diaspora suchen. Kings Of Convenience, Kakkmaddafakka und … Weiterlesen

Plattenkritiken /// Radio Burroughs “Filler Words. Gesture”

Girl-fronted-Bands sind leider noch immer die Ausnahme. Da hilft auch keine Idealisierung der Riot-Grrrl-Bewegung… Sogar im Indie-Hardcore-Punk-Bereich – also in einer Subkultur, deren Anhänger normalerweise durch Diskursfähigkeit überzeugen – tummeln sich Frauen mehr vor als auf der Bühne. Was war noch mal Gender? Janette Bielau, Vocals bei Radio Burroughs, kennt die Antwort, doch nicht den … Weiterlesen

Rezension /// “Chew – Bulle mit Biss! (Vol 3: Eiskalt Serviert)”

Seitdem sich der Münsteraner Tatort so blutleer anfühlt wie die zahlreichen privaten Ermittler-Soaps seit Jahren schon sind, lohnt es sich nach neuen Kriminalisten Ausschau zu halten. Nach Tony Chu zum Beispiel. Tony ist Sonderermittler der Arznei- und Nahrungsmittelbehörde (FDA) und befasst sich dort mit extrem abnormen Kriminalfällen, die nicht mal ein John McLane (Stirb Langsam) … Weiterlesen

Plattenkritik /// Caged Animals “Eat Their Own”

Lullabies über Tod, Trauer und Optimismus. Eine großartige EP hätte es werden können, auf LP-Länge wirkt das Ergebnis aber leider nur okay. Wer zur Hölle ist eigentlich Vincent Cacchione? Muss ich den kennen? Der aus Brooklyn stammende Songwriter mit Festanstellung bei Soft Black – Depri-Folk, nix für sonnige Gemüter – suhlt sich gerne in niederen … Weiterlesen

Plattenkritik /// Jeffrey Lewis “A Turn In The Dream-Songs”

Songs wie Comicstrips: bildhaft, szenisch, pointiert. So fahrig und süß ist New York eben auch noch – und das zehn Jahre nach Adam Greens Moldy Peaches. Wer sich dieses Album via iTunes besorgt, hat’s einfach nicht gerafft: Die Platte ist ein crossmediales Gesamtkunstwerk – irgendwie CD, irgendwie Comic und irgendwie beides zugleich. Hier geht’s um … Weiterlesen

Plattenkritik /// Laura Veirs “Tumble Bee”

Was wir hier vorfinden, sind dreizehn Songs, die so tun, als seien sie Kinderlieder. Wo bleibt da der Sandkasten? Das Ungestüme? Das Zuckowski-Lalala? Folksternchen Laura Veirs ist Mutter geworden und nimmt die musikalische Sozialisation ihres Sohnemanns gleich selbst in die Hand. Zu hören bekommt ihr Junge nur das Beste: Peggy Seeger, Harry Belafonte und Woody … Weiterlesen

Plattenkritik /// The Miserable Rich “Miss You In The Days”

/// Miss You In The Days liefert zehn, opulent orchestrierte Spukgeschichten, bei denen die Gänsehaut schon vorprogrammiert ist. So als würde man zu einem Schlagzeugbeat an einer Tafel kratzen. Spukhäuser sind gern gesehene Motive in Gruselgeschichten und Horrorfilmen. Nicht selten tragen die meist maroden und verwinkelten Anwesen eine schreckliche Vergangenheit, die die Hausverwalter lieber verschweigen. … Weiterlesen

Plattenkritik /// Jim White presents “Sounds Of The Americans”

/// Sound Of The Americans ist der Versuch, US-amerikanische Folk-Texturen anhand von Songskizzen zu kartografieren. Jim White ist Songwriter (Alt.Country, Americana) und labt sich gerne an Panels und Comedy-Impro. Warum auch nicht, wenn das Publikum lieber Bock auf Diskutieren hat: Bitte! Die Theoriefraktion darf diese Praxis “performativ” nennen. Sein neues Projekt Sounds Of The Americans … Weiterlesen

Ja!Nuss! hört: Shazalakazoo “Karton City Boom”

Musikessay: Fast synchron tauchen heutzutage neue elektronische Musiktrends aus allen Regionen der Welt auf. Das serbische Duo Shazalakazoo füttert nun Server und Festplatten mit ihrem eigenen: Karton City Boom. Elektronische Musik war lange ein Privileg von kapitaldurchsetzten Industrienationen. Die Betonung liegt auf ‚war’, denn Technologie ist kein Statussymbol mehr. Sie ist mehr oder minder für … Weiterlesen

Ja!Nuss! hört: Killed By 9V Batteries “The Crux”

Neue Platte, neuer Produzent, neuer Sound. Die Grazer Killed by 9V Batteries gehen in die Vollen und liefern grandios ab. Die Grazer Killed By 9V Batteries wildern ja gerne mal in den 1990ern. Also in einer Dekade als sämtliche Spielarten der US-amerikanischen Indie-, Noise-, und Post-Rock bzw. des Hardcores florierten. Mit bestem Beispiel voran, gingen … Weiterlesen

Im Ohr /// Black Lips “Family Tree”

Bevor es jetzt gleich das aktuelle Black Lips-Video zu “Family Tree” aufs Ohr gibt, eine kurze Frage: Is da eigentlich noch irgendjemand, der die vier Anarcho-Spacken von Black Lips noch nicht kennt? Falls ja, dann gönnt euch die Kurzbio in 140 Zeichen: Buddies: Mark Ronson, die VICE, Stil: Flower Punk, Besondere Merkmale: Kotzen und Pissen … Weiterlesen

Plattenkritik /// Twin Sister “In Heaven”

Chillwave wird zu Killwave. Ein Traum von Zuckerwatte und Kannibalismus. So sehr die Termini Chillwave und Dream-Pop von musikjournalistischem Übereifer überladen sind, so passabel sind sie, wenn man seiner besten Freundin den Sound von Twin Sisters erklären will. Twin Sisters, musst du dir vorstellen, klingen ein wenig wie Toro Y Moi oder Beach House, nur … Weiterlesen