Filed under Plattenkritiken

Plattenkritik /// Jon DeRosa „A Wolf In Preacher’s Clothes“

Plattenkritik /// Jon DeRosa „A Wolf In Preacher’s Clothes“

DeRosa fabriziert lausbübische bis düsterromantische Schmachtfetzen in alter Revue-Manier. Herbst, Winter und noch Schlimmeres stehen nun also an. Zeit für Leute, die „ältere Musik“ machen. So Jukebox-Anthems aus den 40ern und 50ern. Richtig staubiges Zeug eben. Auf Bühne und Plattencover geben sich die Protagonisten dann stets stilvoll rauchend mit einem Finger am Kinn oder einem … Weiterlesen

Plattenkritik /// Jonathan Boulet „We Keep The Beat, Found The Sound, See The Need, Start The Heart“

Plattenkritik /// Jonathan Boulet „We Keep The Beat, Found The Sound, See The Need, Start The Heart“

Ist das der Stoff, aus dem die Fieberträume sind? Der Sänger der Band Parades macht solo auf Pillenopfer – und klingt wie verdrogte Fleet Foxes. Keine Ahnung, welche bewusstseinserweiternden Substanzen sich der Australier Jonathan Boulet so einverleibt, aber es lässt ihn verrückte Dinge tun und aufnehmen. „We Keep The Beat, Found The Sound, See The … Weiterlesen

Plattenkritik /// The Hundred In The Hands „Red Night“

Plattenkritik /// The Hundred In The Hands „Red Night“

„Red Night“ ist wie ein früher Film von Roman Polanski: eine Kunst gewordene Metapher über existenzielle Ängste. Es beginnt beim Cover: zerknülltes rotes Papier auf schwarzem Hintergrund. Darüber: blasse serifenlose Typografie. Die Hülle bleibt kalt und assoziationslos. Merkwürdig: Sind The Hundred In The Hands nicht dieses knuffige Electropop-Duo, das die Nische zwischen Bodi Bill und … Weiterlesen

Plattenkritik /// The Samuel Jackson Five „The Samuel Jackson Five“

Hinhören und lernen: Postrock 2012 holt sich Gesang dazu. Da müssen sich Mogwai lang und warm anziehen! Postrock gibt die Anweisungen. 2008 haben die wortkargen Norweger mit „Goodbye Melody Mountain“ eine Referenzplatte rausgehauen, die bewies, dass man nicht unbedingt Mogwai kopieren muss, um in Sachen instrumentale Musik vorne mitspielen zu können. Die Hürde für ihre … Weiterlesen

Plattenkritik /// Oberhofer „Time Capsules II“

Brooklyn halt: Extrovertierte Menschen mit komischen Frisuren machen extrovertierte Musik für extrovertierte Menschen. Während sich hierzulande niemand so recht mit urigen deutschen Namen anfreunden kann – außer Hinterbänkler der CSU natürlich –, findet der US-Amerikaner Brad Oberhofer seinen Nachnamen so originell, dass er gleich seine Band danach tauft. Das liefert einen gewissen Wiedererkennungswert in der … Weiterlesen

Plattenkritik /// Guided by Voices „Let’s Go Eat The Factory“

Die Reunion des Lo-Fi-Dinos: Attitüde bewahrt. Authentisch geblieben. Alles richtig gemacht. Scheiß auf Reunion-Bashing: Wenn sich so essenzielle Kapellen wie Guided By Voices nach langjähriger Enthaltsamkeit wieder zusammentun und ein Album abliefern, das so dringlich klingt, wie auf dem Peak ihres musikalischen Schaffens aufgenommen (1994-95), dann bewahrt auch eine kritische Objektivität nicht davor, Let’s Go … Weiterlesen

Plattenkritik /// Casiokids „Aabenbaringen Over Aaskammen“

Casiokids züchten wunderliche Synthie-Pop-Pflänzchen mit noch wunderlicheren Texten auf Norwegisch. Das norwegische Kaff Bergen muss man sich wie all die verschlafenen Kleinstädte in Stephen-King-Romanen vorstellen: Es leidet an völliger Belanglosigkeit. Wenn da nur nicht die genialen Einwohner wären, die reihenweise Landflucht antreten und die große Karriere in der Diaspora suchen. Kings Of Convenience, Kakkmaddafakka und … Weiterlesen

Plattenkritiken /// Radio Burroughs „Filler Words. Gesture“

Girl-fronted-Bands sind leider noch immer die Ausnahme. Da hilft auch keine Idealisierung der Riot-Grrrl-Bewegung… Sogar im Indie-Hardcore-Punk-Bereich – also in einer Subkultur, deren Anhänger normalerweise durch Diskursfähigkeit überzeugen – tummeln sich Frauen mehr vor als auf der Bühne. Was war noch mal Gender? Janette Bielau, Vocals bei Radio Burroughs, kennt die Antwort, doch nicht den … Weiterlesen

Plattenkritik /// Justin Bieber „Under The Mistletoe“

Neue Bieber-Platte. Endlich wieder was zum Aufregen: Ist das noch authentisch? War es das jemals? Geht es beim Bieber-Anhimmeln überhaupt um die Musik? Oder nur um eine putzige Abziehfolie mit Glitzereffekt? Während die entlaubten Bäume in diesen Tagen so aussehen wie kultivierte Fischgräten, behält eine Pflanze weiter ihre sommergrüne Frische: der Mistelzweig. Misteln hängen als … Weiterlesen

Plattenkritik /// Caged Animals „Eat Their Own“

Lullabies über Tod, Trauer und Optimismus. Eine großartige EP hätte es werden können, auf LP-Länge wirkt das Ergebnis aber leider nur okay. Wer zur Hölle ist eigentlich Vincent Cacchione? Muss ich den kennen? Der aus Brooklyn stammende Songwriter mit Festanstellung bei Soft Black – Depri-Folk, nix für sonnige Gemüter – suhlt sich gerne in niederen … Weiterlesen

Plattenkritik /// Jeffrey Lewis „A Turn In The Dream-Songs“

Songs wie Comicstrips: bildhaft, szenisch, pointiert. So fahrig und süß ist New York eben auch noch – und das zehn Jahre nach Adam Greens Moldy Peaches. Wer sich dieses Album via iTunes besorgt, hat’s einfach nicht gerafft: Die Platte ist ein crossmediales Gesamtkunstwerk – irgendwie CD, irgendwie Comic und irgendwie beides zugleich. Hier geht’s um … Weiterlesen

Plattenkritik /// Laura Veirs „Tumble Bee“

Was wir hier vorfinden, sind dreizehn Songs, die so tun, als seien sie Kinderlieder. Wo bleibt da der Sandkasten? Das Ungestüme? Das Zuckowski-Lalala? Folksternchen Laura Veirs ist Mutter geworden und nimmt die musikalische Sozialisation ihres Sohnemanns gleich selbst in die Hand. Zu hören bekommt ihr Junge nur das Beste: Peggy Seeger, Harry Belafonte und Woody … Weiterlesen

Plattenkritik /// The Miserable Rich „Miss You In The Days“

/// Miss You In The Days liefert zehn, opulent orchestrierte Spukgeschichten, bei denen die Gänsehaut schon vorprogrammiert ist. So als würde man zu einem Schlagzeugbeat an einer Tafel kratzen. Spukhäuser sind gern gesehene Motive in Gruselgeschichten und Horrorfilmen. Nicht selten tragen die meist maroden und verwinkelten Anwesen eine schreckliche Vergangenheit, die die Hausverwalter lieber verschweigen. … Weiterlesen