SPAM, SPAM, LOVELY SPAAAM – Was Sie schon immer über SPAM wissen wollten

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Foto: flickr by freezelight (CC-BY-SA-2.0)

Zugegeben: Spam ist so lästig wie Fensterputzen. Kaum ist man fertig mit dem Säubern, hat der nächste Staub schon angesetzt. Obwohl Spam für rund 75 Prozent der deutschen Internetnutzer zum Alltag gehört, wissen wir wenig über die Geschichte der unerwünschten Email? Wer verschickt sie? Woher kommt der Name? Und natürlich am wichtigsten: Kommt Viagra wirklich an? Seht selbst: 

  • Was ist Spam? „Spam ist eine unerwünschte, für den Empfänger wert-, nutz- und sinnlose E-Mail“, weiß Prof. Dr. Norbert Pohlmann, Institut für Internetsicherheit, FH Gelsenkirchen.
  • Die erste nachweisliche Spam-Mail verschickte Gary Thuerk 1978. Mit Potenzmittelchen hatte der US-amerikanische Computerhändler wenig am Hut. Im Gegenteil: Er wollte seriöse Werbung für Computer vertreiben und hatte dabei großen Erfolg. Im Laufe der nächsten sechs Wochen verkaufte er Computer für zwölf Millionen Dollar.
  • 15 Jahre nach Thuerks erfolgreicher Werbekampagne erhält die unerwünschte E-Mail ihren bis heute gebräuchlichen Namen: SPAM. Ein falsch programmierter News-Bot setzt mehr als 200 Meldungen in einem Usenet-Forum ab. Der Software-Dozent Joel Furr war einer der ersten der das Problem der Nachrichtenflut erkannt und benannt hat. Er nennt es „spammen“.
  • Aber das Wort Spam wurde nicht 1993 geboren. Es wird in den 1930ern geprägt und ist eigentlich die Abkürzung für „Spiced Ham“. SPAM ist eine Art Dosenfleisch, das in den Kriegsjahren zu den wenigen Nahrungsmitteln gehörte, welches in Großbritannien in Hülle und Fülle vorhanden war.

97 Prozent des weltweiten E-Mail-Aufkommens ist Spam

  • Die Omnipräsenz des gewürzten Dosenfleisches nimmt die Comedyserie Monthy Python’s Flying Circus in ihrem Spam-Sketch gehörig aufs Korn. Im Sketch sieht man ein Pärchen in einem Lokal, dessen Speisekarte nur aus SPAM-Gerichten besteht. Im gesamten Sketch ist das Wort Spam 120 Mal zu hören. In diesem Sinne: „SPAM, SPAM, lovely SPAAAM, wonderful SPAM!“
  • Wenn unerwünschte E-Mails nur immer so lustig wären! Spam ist ein Ärgernis. Aktuelle Zahlen untermauern das. Laut Hightech-Verband BITKOM laufen bei deutschen Internetnutzern mit privatem Postfach pro Tag circa neun Spam-Nachrichten (8,6) ein.
  • Laut Sophos-Studie sind 97 Prozent des weltweiten E-Mail-Aufkommens Spam. Die Umweltbilanz dazu ist miserabel. Die 33 Milliarden Kilowattstunden Energie, die zum Sichten und Löschen von unerwünschten Emails benötigt werden, könnten das Bundesland Sachsen-Anhalt ein Jahr lang mit Strom versorgen.
  • Auch der volkswirtschaftliche Schaden von Spam ist enorm. Für das Sichten und Löschen von unerwünschten E-Mails werden pro Jahr circa 100 Milliarden Stunden Arbeitszeit verbraucht.
  • Das große Problem von Spam ist seine Internationalität: „Zwar droht in Deutschland Spam-Versendern ein Bußgeld von bis zu 50.000 Euro. Doch die meisten Spam-Mails werden aus dem Ausland verschickt und das in Deutschland geltende Recht lässt sich faktisch nicht durchsetzen“, sagt Lutz Neugebauer, Sicherheitsexperte des BITKOM (Quelle).
  • Das Land mit dem größten Anteil am weltweiten Spam-Aufkommen sind die USA. 13,1 Prozent der jährlich verschickten E-Mails sind US-amerikanische Spam-Mails.
  • Aus dem gleichen Land stammt übrigens auch der teuerste Richterspruch gegen Spammer. 2008 erstritt Facebook in einem Schaukampf, der alle Spammer abschrecken sollte, 873 Millionen US-Dollar von einem Kanadier, der das soziale Netzwerk für Spam-Aktionen missbraucht hat (Quelle). Ob der Spammer, die Rekordsumme jemals aufbringen kann, ist mehr als fraglich.

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