Plattenkritik /// Jonathan Boulet „We Keep The Beat, Found The Sound, See The Need, Start The Heart“

Foto: Modular recordings

Ist das der Stoff, aus dem die Fieberträume sind? Der Sänger der Band Parades macht solo auf Pillenopfer – und klingt wie verdrogte Fleet Foxes.

Keine Ahnung, welche bewusstseinserweiternden Substanzen sich der Australier Jonathan Boulet so einverleibt, aber es lässt ihn verrückte Dinge tun und aufnehmen. „We Keep The Beat, Found The Sound, See The Need, Start The Heart“ klingt wie die Musikwerdung eines irren Trips. Es schwirren die Glockenspiele, es explodieren die Klangfarben, und ehe man sich versieht, fliegt man auf kleinen rosa Einhörnern über einen Regenbogen aus Zuckerwatte.

Eher bodenständig sind die Zutaten, mit denen Boulet seine Fieberträume kredenzt. Die Songs seiner zweiten Soloplatte stehen in einer ähnlichen Tradition wie die seiner Hauptband Parades: stark rhythmusgetrieben. In logischer Konsequenz entwickelt Boulet den Parades-Sound durch Überfrachtung weiter. Er ergänzt das klassische Bandkorsett durch Percussions, Glockenspiele und Tasteninstrumente. Was er damit anstellt, erinnert in seinen besten Momenten an frühe Yeasayer, späte El Guincho oder total verdrogte Fleet Foxes.

Jonathan Boulet
We Keep The Beat, Found The Sound, See The Need, Start The Heart
Modular / Rough Trade / VÖ: 31.08.2012

Erstveröffentlichung der Rezension in INTRO #205

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s