Endlich kann man sich wieder vor Vampiren gruseln – Die deutsche Ausgabe von 30 Days Of Night erscheint bei Cross Cult

Foto: Columbia Pictures

Immer wenn man glaubt, dass man schon alle Storyboards von Vampirerzählungen auswendig kennt, wird eine neue packende Geschichte auf den Markt geworfen, die einen einfach umhaut. 30 Days Of Night ist spannend, expressionistisch bebildert und kümmert sich um die Ausdifferenzierung eines Genres, das in letzter Zeit eher durch weich gespülte Teenie-Formate aufgeweicht wurde.

Barrow, Alaska. Eine Stadt, die Temperaturen unter dem Gefrierpunkt und Dunkelheit gewohnt ist. Barrow ist die nördlichste Stadt der USA und liegt so nahe am Polarkreis, dass sich dort selbst die Sonne nicht so gerne sehen lässt. Der Winter ist dort besonders unbarmherzlich. Dann geht die Sonne wochenlang nicht auf.

Wir zählen den siebzehnten November und ausgerechnet heute wird das Städtchen von einer merkwürdigen Verbrechenswelle heimgesucht. Gerade als sich die letzten Sonnenstrahlen verabschieden, macht der ansässige Polizist Eben eine denkwürdige Entdeckung: er findet die verkohlten Überreste von gestohlenen Handys. In den folgenden 30 Tagen wird das allerdings sein geringstes Problem sein. Denn: Eine Horde Vampire wird die Stadt heimsuchen und den Großteil seiner Bewohner als Blutkonserven verwenden.

Vampirhorror, der einem das Blut in den Adern gefrieren lassen würde, wenn es nicht vorher schon jemand abgezapft hätte

Endlich erscheint auch hierzulande Steve Niles (Freaks Of The Heartland, Bigfoot, 28 Days Later) und Ben Templesmiths paradigmatische Vampir-Reihe 30 Days Of Night, die den Vampirmythos um etwaige dunkle Nuancen bereichert. Zugegeben: die Vampirgeschichten der letzten Jahre – allen voran die weichgespülten Tennieformate Twilight und Vampire Diaries werden den Kanon der Horrorliteratur bzw. des Horrorkinos nicht unbedingt bereichern. Nein, die Bellas und Edwards dieser Welt banalisieren ihre blutrünstigen Vorfahren. Das muss sich endlich wieder ändern. 30 Days of Night ist ein guter Anfang dafür.

Noch bevor es die deutsche Übersetzung bei Cross Cult in Ludwigsburg landete, konnte man die Eiseskälte, die die Trilogie mit ihren vielen Spinoffs ausstrahlt auf der Kinoleinwand beobachten. Verfilmt wurde der erste Teil der Serie mit Josh Hartnett. Obwohl die originäre Story des Comics ein wenig dran glauben musste, ist der Film bis zur letzten Minute perfekt inszeniert. Er verbreitet eine klaustrophobische Enge und vermittelt die Ausweglosigkeit einer unbewaffneten Kleinstadt in Zeiten der Vampirinvasion.

Und warum soll ich mir dann noch den Comic durchlesen, wenn ich mir die Blu-ray bei Amazon besorgen kann, werdet ihr euch jetzt sicherlich fragen. Ganz einfach: 30 Days Of Night – Die Barrow-Trilogie versammelt auf 360 Seiten die ersten drei Bände der Serie. Allein für den aufwändigen und alptraumhaften Zeichenstil von Ben Templesmith lohnt sich die Ausgabe. Templesmith legt sich richtig ins Zeug um Figuren und Settings die nötige Dringlichkeit zu verleihen. Seine Vampire sind keine menschenähnlichen Wesen mehr. Nein, sie sind Alpträume mit viel zu scharfen Zähnen und blutverschmierten Mundwinkeln. Endlich kann man sich wieder vor Vampiren gruseln. Bravo.

Leseprobe 30 Days Of Night – Die Barrow-Trilogie

30 Days Of Night – Die Barrow Trilogie
Steve Niles, Ben Templesmith
16×24 cm, Hardcover, vierfarbig,
400 Seiten, 35 €

30 Days Of Night bei Cross Cult

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s