Den Farbfilm vergessen – Ein kleines Tutorial für gute Urlaubsfotos

Ein Horrorszenario: Mit der Digitalkamera im Gepäck geht es in den Urlaub. Dort fotografiert man alles, was einem vor die Linse springt. Wieder in der Heimat stellst du erschreckend fest, dass die Bilder allesamt in die Tonne gehören: Alles ist verwackelt. Das Licht ist mies. Und von Waldi hast du auch kein anständiges Foto hinbekommen. Michael Langbehn (Manager PR / CSR / Trade Marketing Panasonic Deutschland) und Michael Willenborg (Product Group Manager Digital Imaging und Personal Audio bei Sony Deutschland) erklären dir, wie die nächste Fototour kein Reinfall wird.

Mal blendet die Sonne. Mal kommt sie gar nicht erst raus. Wie sorge ich für anständiges Licht auf meinen Fotos?
Michael Willenborg: Morgens oder abends fotografieren. Dann gibt es meist das beste Licht. Grundsätzlich sollte man die Sonne im Rücken haben. Ist die Sonne tagsüber im Bild, sind gute Fotos kaum möglich. Das richtige Motivprogramm wählen, die Kamera auf einen festen Untergrund stellen, um Verwacklungen zu vermeiden und darauf vertrauen, dass die Automatik den Rest regelt.

Dauernd ist mein Waldi (Hund) unscharf. Was ist bei Tieren zu beachten?
Michael Willenborg: Wer Tiere in Aktion fotografieren möchte, sollte gleich das Sportprogramm seiner Kamera wählen. Dann wählt die Kamera die Verschlusszeit so kurz wie möglich. Bewegungen werden so „eingefroren“.

Wie mache ich das perfekte Porträt?
Michael Langbehn: Ganz abgesehen vom Motiv natürlich wird ein Porträtfoto interessant, sobald man mit der Tiefenschärfe spielt. Das heißt, das Gesicht der posierenden Person oder sogar ein bestimmter Teil des Gesichts wird fokussiert – also scharf gestellt – während der Hinter- oder Vordergrund verschwimmt. Man sollte kreativ mit der Wahl des Bildausschnitts umgehen: Das Gesicht kann auch mal am Bildrand liegen oder gar angeschnitten sein.

Muss ich Einheimische eigentlich fragen, bevor ich sie fotografieren darf?
Michael Langbehn: Fotos von größeren Menschengruppen an öffentlichen Plätzen sind zumindest bildrechtlich unproblematisch. Davon unbeeinflusst sind jedoch regionale und kulturelle Besonderheiten – betende Menschen an einem religiösen Ort zum Beispiel. Im Zweifel fragt man kurz. Für die rein private Nutzung im engen Familienkreis ist das ausreichend.

Danke für das Interview.

Erstveröffentlichung des Interviews in UNICUM 04/2012.

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