Plattenkritik /// Oberhofer „Time Capsules II“

Brooklyn halt: Extrovertierte Menschen mit komischen Frisuren machen extrovertierte Musik für extrovertierte Menschen.

Während sich hierzulande niemand so recht mit urigen deutschen Namen anfreunden kann – außer Hinterbänkler der CSU natürlich –, findet der US-Amerikaner Brad Oberhofer seinen Nachnamen so originell, dass er gleich seine Band danach tauft. Das liefert einen gewissen Wiedererkennungswert in der dicht gedrängten Brooklyner Künstlerszene, in der Brad Fuß fassen möchte. Ein paar Blogbeiträge später ist Oberhofer ein Quartett, und der schüchterne Bedroom-Pop von einst ist einem extrovertierten Xylofon-Slacker-Rock gewichen. Opulent instrumentierte Ausbrüche inklusive.

Keine Ahnung, wie der 21-Jährige an Produzenten-Legende Steve Lilliwhite (U2, Rolling Stones, Talking Heads) geraten ist, aber es hat sich gelohnt: Time Capsules II beginnt zaghaft („Heart“), um dann sogleich zu explodieren („Landline“). Dann quellen Xylofone aus den Boxen. Und Zuckerwatte in den schillerndsten Farben („Away From U“, „I Could Go“). Ich werd verrückt.

 

Oberhofer
Time Capsules II
Glassnote / Coop / VÖ: 04.05.2012

Erstveröffentlichung der Rezension in Intro #202.

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