Plattenkritik /// Casiokids „Aabenbaringen Over Aaskammen“

Casiokids züchten wunderliche Synthie-Pop-Pflänzchen mit noch wunderlicheren Texten auf Norwegisch.

Das norwegische Kaff Bergen muss man sich wie all die verschlafenen Kleinstädte in Stephen-King-Romanen vorstellen: Es leidet an völliger Belanglosigkeit. Wenn da nur nicht die genialen Einwohner wären, die reihenweise Landflucht antreten und die große Karriere in der Diaspora suchen. Kings Of Convenience, Kakkmaddafakka und Annie hatten bisher das Glück. Casiokids könnten es ihnen gleichtun. In Bergen glaubt man jedenfalls fest an sie. 2010 bekam die Band ein Musikstipendium von Norwegens Schmalz-Export a-ha.

Dann kam so etwas wie eine Kreativexplosion mit Releases in den USA und dem UK. Keine Ahnung, was die Jungs in der Zeit so in sich reingestopft haben, aber es ließ sie Elefanten und Hammerwerfer besingen und verdammt intelligente Tanzmusik machen. Jene klingt manchmal arg nach Caribous analogem Rave. Hin und wieder blitzt der Einfluss Kevin Barnes (Of Montreal) durch, der die 8-Bit-Jünger unter seine Fittiche genommen hat (siehe: »Selskapets Triste Avslutning«). Bitte mal für den Jahrespoll notieren.

Foto: sjursjur

Casiokids
Aabenbaringen Over Aaskammen
Moshi Moshi / Rough Trade

Erstveröffentlichung der Rezension auf Intro.de

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