Plattenkritik /// Laura Veirs „Tumble Bee“

Was wir hier vorfinden, sind dreizehn Songs, die so tun, als seien sie Kinderlieder. Wo bleibt da der Sandkasten? Das Ungestüme? Das Zuckowski-Lalala?

Folksternchen Laura Veirs ist Mutter geworden und nimmt die musikalische Sozialisation ihres Sohnemanns gleich selbst in die Hand. Zu hören bekommt ihr Junge nur das Beste: Peggy Seeger, Harry Belafonte und Woody Guthrie – Folk-Stars und Singer/Songwriter der ersten Stunde. Wer wissen will, was Veirs ihrem Sohn so alles vor dem Schlafen-Gehen vorträllert, sollte sich Tumble Bee zulegen.

Eine Anthologie von kanonisierten Kinderliedern, von denen hierzulande noch nie ein Mensch gehört hat. Die Platte hat sie mit professionellen Studiomusikern aufgenommen. Das Resultat ist – welch Überraschung – hochprofessionell. Höchst fragwürdig, ob der Sohnemann Bluegrass von Alt-Country oder Guthrie von Belafonte unterscheiden kann. Was wir hier vorfinden, sind dreizehn Songs, die so tun, als seien sie Kinderlieder. In Wirklichkeit klingen sie viel zu erwachsen. Wo bleibt da der Sandkasten? Das Ungestüme? Das Zuckowski-Lalala?

Laura Veirs
Tumble Bee
Bella Union / Coop / Universal

Erstveröffentlichung des Artikel auf intro.de

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