Ja!Nuss! hört: Killed By 9V Batteries „The Crux“

Foto: Florian WieserNeue Platte, neuer Produzent, neuer Sound. Die Grazer Killed by 9V Batteries gehen in die Vollen und liefern grandios ab.

Die Grazer Killed By 9V Batteries wildern ja gerne mal in den 1990ern. Also in einer Dekade als sämtliche Spielarten der US-amerikanischen Indie-, Noise-, und Post-Rock bzw. des Hardcores florierten. Mit bestem Beispiel voran, gingen Labels wie Sub Pop, die schon relativ früh das Potential von Bands wie beispielsweise Nirvana erkannten, oder AmRep, bei denen jeder Mitarbeiter mindestens zwei Hörstürze pro Jahr in Kauf nehmen musste. The Crux ist ein stimmgewaltiger Rekurs auf eben jene Zeit, in der Labels noch dutzende Bands von der Straße wegsignen konnten; die Plattenlabels noch genügend Kohle für den Aufbau eines Künstlers locker machen konnten; und langhaarige Kids noch mit mottigen Karohemden und tief hängenden Gitarren provozieren konnten.

Killed by 9V Batteries stehen auch im achten Jahr nach Bandgründung noch immer auf laute, scheppernde und bisweilen auch dissonante Gitarrenparts, die entweder in Geknüppel ausufern oder sich mit poppigen Parts abwechseln. Irgendwer nannte das mal Noise Pop. Ein Begriff, der nur zu gut dem entspricht, was das Grazer Quartett da zelebriert.

Die Hardliner unter den Batteries-Fans werden sich vermutlich über die vielen elekronischen Einsprengsel wundern, die dann und wann wie kleine Browserfenster aufploppen. Die stammen vom Wiener Technopionier Patrick Pulsinger, der The Crux produziert und abgemischt hat. Wer Angst vor zu viel Veränderung hat, sollte jetzt aufhören zu lesen, denn auf ihrem aktuellen Longplayer erweitern die Batteries ihr Klang-Portfolio immens. Neu sind: cheesige Gitarrensoli, Naturgeräusche und Synthie-Teppiche (vermutlich aus dem Instrumentenfundus von Patrick Pulsinger entliehen). Hinzu kommt, dass die Songs ordentlich an Zugänglichkeit gewonnen haben, was sie nicht unbedingt schlechter macht. Im Gegenteil: Gitarren saufen jetzt nicht mehr im Soundmatsch ab und Sänger Wolfgang Möstl zeigt endlich seine samtene Singstimme, die durchaus eine gewisse Nähe zu Markus Aacher (The Notwist) aufweist. Kompliment!

Killed By 9V Batteries
The Crux
Siluh Records / AL!VE

Erstveröffentlichung des Artikels auf unicum.de.

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