Spielsucht /// Gears of War 3 (Xbox 360)

Gears of War 3 Held Marcus Fenix erledigt einen "Leuchtenden" | Foto: XBOXEin bisschen Rambo, ein wenig Alien und eine Prise Starship Troopers, gepaart mit perfektem Gameplay: Fertig ist eines der besten XBOX 360 Spiele – Gears of War 3.

Von Martin Przegendza

Gears of War ist eine der erfolgreichsten Spiele-Reihen dieser Konsolen-Generation. Zusammen mit Halo bildet der Third-Person-Shooter die Speerspitze der Exklusivtitel für die XBOX 360. Hierzulande glänzte die gefeierte Reihe bislang durch Abwesenheit – die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BPJM) störte sich an der Gewaltdarstellung der Spiele. Die ersten beiden Teile landeten auf dem Index und wurden bei uns nicht veröffentlicht. Das ändert sich mit Gears of War 3.

Wer die Vorgänger nicht kennt, wird Probleme haben, der komplexen Handlung zu folgen. Ihr schlüpft nämlich nicht nur in die Haut des Elite-Soldaten Marcus Fenix, sondern folgt auch Cole Train auf seinem Weg durch seine zerstörte Heimatstadt Hanover. Auf dem fernen Planeten Sera herrscht immer noch Krieg zwischen der KOR (Koalition der ordentlichen Regierungen) und den Urbewohnern des Planeten, den Locust. Nachdem die KOR in einem erbitterten Kampf die unterirdischen Tunnelsysteme der Locust zerstört hat (Teil 1), anschließend Jacinto, die letzte Festung der Menschheit, im Erdboden versunken ist und die KOR den Krieg tief ins Innere des Planeten verlegt hat (Teil 2), wartet in Gears of War 3 eine neue Bedrohung: die „Leuchtenden“. Ein Teil der Locust ist durch die Ereignisse der ersten beiden Teile mit einer Flüssigkeit in Berührung gekommen, durch die sie mutiert sind.

Eine neue Bedrohung

Im Spiel heben sich die „Leuchtenden“ – wie ihr Name schon sagt – durch ihre gelb strahlende Farbe ab. Haben sie genug Treffer eingesteckt, brechen Lichtstrahlen aus ihnen hervor. Kurz darauf explodieren die Außerirdischen in einem gleißenden Feuerball. Der sehenswerte Effekt verliert auch nach Dutzenden Abschüssen nicht an Wirkung.

Doch auch die Locust, in all ihren Formen, kommen während der zehnstundenlangen Kampagne genug zur Geltung. Die Handlung stürzt euch von einer epischen Schlacht in die nächste. Mal schaltet ihr in einem mechanischen Kampfanzug riesige Gegnermassen auf einem Schiff aus. Ein anderes Mal verschlägt es euch hinter das Geschütz eines gepanzerten Trucks. Zerstörte Städte, mysteriöse Inseln und die Tiefen des Ozeans sind weitere Schauplätze.

Das Gameplay geht während dieser anwechslungsreichen Reise perfekt von der Hand. Das oft kopierte, aber nie erreichte Deckung-und-Schießen-System funktioniert perfekt. Einzigartige Waffen, wie das kettensägenbestückte Maschinengewehr Lancer oder der satellitengestützte  „Hammer der Morgenröte“ treiben Shooter-Fans die Freudentränen in die Augen. Es macht auch fünf Jahre nach Gears of War 1 noch einen Heidenspaß, Locust im Nahkampf mit dem Lancer in zwei Hälften zu teilen. Während der Kampagne werdet ihr fast durchgehend von computergesteuerten (KI) Kameraden begleitet. Hab ihr einmal zu viele Treffer eingesteckt und geht zu Boden, reanimieren sie euch zuverlässig. Sie sind aber nicht nur als Sanitäter nützlich: Vor allem in kleineren Schlachten schalten sie die Gegner dermaßen effektiv aus, dass für euch kaum Kanonenfutter übrig bleibt. Erst auf den höheren Schwierigkeitsgraden (der höchste muss erst freigeschaltet werden) wird der Titel fordernder.

Fantastischer Multiplayer-Modus

Glücklicherweise könnt ihr die KI-Kameraden aber auch durch Schützenhelfer aus Fleisch und Blut ersetzen: Fünf über das Internet, zwei per Splitscreen an einer XBOX (vier, wenn ihr zwei XBOXen miteinander koppelt). Daneben bietet Gears of War 3 aber auch einen ausgezeichneten Mehrspielermodus. Neben allerlei klassischer Modi, wie Team Deathmatch, King of the Hill oder Capture the Leader, gibt es zwei ausgefallene Mehrspieler-Varianten: Horde und Biest.

Im erstgenannten gilt es, in einem Team von bis zu fünf Menschen eine Gegnerwelle nach der anderen zu überstehen. 50 Wellen brechen insgesamt über euch ein, wobei nach jeder zehnten ein Bosskampf mit besonders dicken Brocken ansteht. Für Abschüsse erhaltet ihr Geld, mit dem ihr euch zusätzliche Munition oder Befestigungsanlagen wie Geschütztürme oder Stacheldraht kaufen könnt. Gerade in den späteren Wellen ist auf dem Bildschirm regelrecht die Hölle los.

Im Biest-Modus hingegen wird der Spieß umgedreht. Ihr kämpft auf der Seite der Locust gegen die Menschen. Vor jeder Runde wählt ihr euren favorisierten Locust aus, den ihr bis zu eurem Ableben steuert. Danach landet ihr wieder auf dem Auswahlschirm. Nach und nach stehen monströsere Außerirdische wie der schwer bewaffnete Boomer zur Auswahl. Das Mehrspieler-Paket alleine ist schon den vollen Kaufpreis wert.

Auf technischer Seite holt Gears of War 3 das Letzte aus der betagten XBOX 360 heraus. Liebevolle Texturen, schicke Explosionen, flüssige Animationen und fantastische Lichteffekte machen den Titel zu einer Grafikperle. Auch die Soundkulisse überzeugt. Der räumliche 5.1-Ton versetzt euch mitten ins Schlachtfeld. Explosionen erschüttern euer Wohnzimmer (ordentlicher Subwoofer vorausgesetzt). Die deutsche Synchro geht insgesamt in Ordnung, wobei der ebenfalls anwählbare Originalton eindeutig die bessere Wahl ist.

Fazit

Pünktlich zum Abschluss der Trilogie erscheint endlich ein Teil der Erfolgsreihe auch in Deutschland. Zum Glück: Gears of War 3 ist der erwartete Blockbuster für die XBOX 360. Wer bei den Vorgängern vor einem Import zurückschreckte, hat jetzt keine Ausrede mehr, Gears of War 3 nicht zu spielen.

Gastbeitrag: Martin Przegendza
Fotos: Xbox

Gears of War 3
XBOX 360 (exklusiv)
Preis: ca. 60 Euro
Liebe Kinder, Gears of War 3 ist erst USK 18 (obligatorischer Fingerzeig).

Erstveröffentlichung des Artikels auf UNICUM.de

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