Plattenkritik /// TImes New Viking „Dancer Equired“

Wer hätte gedacht, dass zwischen Rückkopplung, Soundmatsch und Dilettantismus so viel Pop-Appeal steckt?

Glückwunsch!!! Die knuffigen Dilettanten von Times New Viking haben es wider Erwarten mal in ein richtiges Studio geschafft. Also nicht wie sonst üblich eine Garage mit Eierpappen an den Wänden, sondern so ein richtiges Studio mit Mischpult und Aktivlautsprechern, für die man auf ebay horrende Summen zahlen muss.

Und bevor die Hardliner jetzt gleich „Verrat“ schreien und den geopferten Do it yourself-Ethos zu Grabe tragen, kommt die Entwarnung, denn am schnoddrigen Lo-Fi-Geklöppel der Band aus Columbus hat sich reichlich wenig geändert. Im Gegenteil: „Dancer Equired“ ist roh, dabei aber nicht so undifferenziert wie seine Vorgänger. Außerdem kann nun endlich auch der gemeine iPod-Mensch nachvollziehen, dass Times New Viking nicht nur hippe, von Musikjournalisten abgefeierte Ästheten sind, sondern dass sie in punkto Songwriting auch wirklich was auf dem Kasten haben (Anspieltipp: „No Room To Live“, „Ways To Go“). Wer hätte gedacht, dass zwischen Rückkopplung, Soundmatsch und Dilettantismus so viel Pop-Appeal steckt? Und wer dem alten D.I.Y. Feeling nachtrauert, kann sich „Dancer Equired“ ja immer noch auf eine MC ziehen und diese dann 5 Minuten über einen Magneten rubbeln.

Times New Viking
Dancer Equired
Wichita / Cooperative Music

„Dancer Equired“ im Stream auf timesnewviking.net

Foto: Merge Records


Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s