Plattenkritik /// Imaginary Cities „Temporary Resident“

Imaginary Cities
Feinster kanadischer Pop, der durchaus dazu imstande ist, die Leslie Feists und Amy Millans hinter sich zu lassen – indem er diese gar nicht erst kopiert.

Internationaler Tanztee im Grand Hotel Hamburg. Es fahren auf: Imaginary Cities, ein gemischtes Doppel aus Kanada (Marti Sarbit und Rusty Matyas), mit dem man gerne auf der heimeligen Couch rumkumpeln würde. Die Generalprobe verläuft reibungslos. Dann geht alles ganz schnell: Das Foyer füllt sich. Die ersten Töne erklingen. Dem Publikum fällt im Kollektiv die Kinnlade herunter, und Marti Sarbit haucht dem ganzen Rumgelungere mit ihrer rauchigen Stimme wieder Leben ein. Klingt natürlich erst mal reichlich überzogen, ist aber durchaus ernst gemeint.

„Temporary Resident“ ist der Bote einer hoffentlich langen Bühnenkarriere. Auf Albumlänge findet sich hier feinster kanadischer Pop, der durchaus dazu imstande ist, die Leslie Feists und Amy Millans hinter sich zu lassen, indem er diese gar nicht erst kopiert. Was überwiegt, sind federleichte Synthie- und Pianopassagen, die sich Sarbits facettenreicher Stimme unterordnen. Dass Imaginary Cities dabei auch noch eine wirklich gute Figur machen, liegt daran, dass sie nie in den Kitschkübel fallen, so wie viele andere vor ihnen.

„Temporary Resident“ – Der Song zum gleichnamigen Album von Imaginary Cities (via Soundcloud)

image: ghvc.de

Imaginary Cities "Temporary Resident"

Imaginary Cities
Temporary Resident
Grand Hotel Van Cleef / Indigo


Diese Rezension erschien zuerst auf intro.de (Print: Ausgabe #192)

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