Comics /// Rupert Woodfin & Oscar Zarate „Marxismus“

In ihrem Sachcomic packen Rupert Woodfin und Oscar Zarate den Marxismus am Kragen, stellen seine politischen Theorien auf den Kopf und fabulieren über ihren Stellenwert in der heutigen Gesellschaft. Das Unterfangen – bleiernde Theorie ein modisches Angesicht zu verleihen ohne dabei auf die Tiefe zu verzichten – gelingt grafisch wie inhaltlich. Marx wäre stolz.

„Müssen seriöse Bücher eigentlich immer Bleiwüsen sein?“ fragt die Comicreihe INFOcomics von TibiaPress. Die Frage ist eine rhetorische. Die Antwort darauf so erleuchtend wie einfach: Nein, sie müssen nicht. Dass sich in Bildern oder Bildergeschichten auch offengründig ‚schwierige‘ – will sagen: dialektische – Sachverhalte erklären lassen, beweist der Sachcomic Marxismus aus der Reihe INFOcomics. Letztere sind Einführungen in verschiedene wissenschaftliche Disziplinen (Philosophie, Soziologie, Kulturwissenschaft, Statistik etc.), in viel diskutierte Themengebiete (Evolution, Buddhismus) oder in das Leben und Werk großer Denker und Beweger (Hawking, Freud, Nietzsche).

Das Prinzip der INFOcomics ist ein altbewährtes, denn der geneigte Comicleser wird in Artwork und Autoren der INFOcomics die englischsprachige Introducing-Reihe wiedererkennen. Den Illustrator Oscar Zarate kennt man ebenso aus der eben genannten Reihe. Zeichnet er sich doch verantwortlich (im wahrsten Sinne des Wortes) für den Introducing-Band über die Freudsche Psychoanalyse (Titel: Introducing Freud – A Graphic Guide To The Father Of Psychoanalysis). Doch die Sachcomics von TibiaPress sind keine bloßen Lizenzprodukte/Übersetzungen, sondern bewahren eine ganz eigene Qualität. Sie übersetzen theoretische Sachverhalte in eine universelle Bildsprache ohne dabei auf eine exakte Terminologie zu verzichten und rücken die terminologischen Schwächen der Originalausgabe zurecht. Desweiteren vereinen sie ganz unelitär Autoreninfos sowohl mit wichtigen Aspekten des marxistischen Theorie (philosophische Basis, politische Ökonomie und Revolutionstheorie, um nur Einige zu nennen) als auch mit ihren Interpretationen in den unterschiedlichen cultural turns.

Nicht nur wegen der Vielschichtigkeit der Ansätze, sondern auch wegen der absoluten Lesbarkeit der illustrierten Theorien ist der Sachcomic Marxismus eine Empfehlung für all jene, die den weißen Rauschebart noch nie so richtig verstanden haben und es trotz allem doch noch mal wagen wollen.



rupert woodfin & oscar zarate

marxismus
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