Plattenkritik /// Trouble Over Tokyo „The Hurricane“

Von Radiohead lernen heißt siegen lernen oder aber: Imagine „OK Computer“ produced by Timbaland.

Die Grenze zwischen Indie und R’n’B ist durchlässig, eigentlich komplett obsolet geworden. Spätestens, seit Justin Timberlake die Indie-Kids mit Hüftschwung und geschlechtsneutralisierter Stimme aus ihren Gitarren-umfriedeten Kohorten herausgelockt hat. Aufbauend darauf hat der in Wien lebende Brite Toph Taylor, der als Trouble Over Tokyo sein nunmehr drittes Studioalbum auf Schoenwetter (siehe Ja, Panik oder Garish) veröffentlicht, die Idee der Diffusion noch ein wenig mehr ausgereizt.

Taylor geht es um die vollständige Verschmelzung der beiden Stile. Ein Bastard, dessen Metamorphose auf „The Hurricane“ als klangliches Kunstwerk erfahrbar wird. Das beste Beispiel dafür ist „The Blood“, welches sich erst ziemlich behäbig aus Clicks und Cuts freischwimmt, um dann zu einem Zwitter aus Electropop, R’n’B und filigranem Riffing zu mutieren. Dass man dabei immer wieder an eine soulige Variante von „OK Computer“ erinnert wird, ist netter Nebenverdienst. Auch haptisch macht „The Hurricane“ einiges her: Die CD kommt im 52-seitigen Hardcover mit allerlei Extras.

Bild: Andreas Waldschütz

 

Trouble Over Tokyo
The Hurricane
Schoenwetter / Broken Silence / VÖ: 18.03.2011

Erstveröffentlichung des Artikels auf intro.de

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