Plattenkritik /// The Low Anthem „Smart Flesh“


Was macht man, wenn die Realität blutleer und glanzlos erscheint? Richtig: Man verwertet ihre brauchbaren Stücke und erfindet eine neue! The Low Anthem aus Providence, Rhode Island sind wahre Meister jenes Weltenbaus.

Ihre Platten sind stets unterfüttert von Biografie und Mythologie. Eine Art Genesis, die jederzeit durch eine neue ersetzt werden kann. Beispiele gefällig? Auf Tour werden The Low Anthem von einem exzentrischen Manager begleitet. Fake! Für die Aufnahmen zu „Oh My God, Charlie Darwin“ flüchteten sich The Low Anthem auf ein abgelegenes Eiland und lauschten dem Sound einer Orgel aus dem 1. Weltkrieg. Oberfake!

Man tut halt alles, was man kann, um sich aus dem Tal der Belanglosigkeit zu erheben. Notfalls flunkert man. Doch eigentlich haben die elf detailverliebten und großzügig arrangierten Americana– und Folk-Perlen auf „Smart Flesh“ das gar nicht nötig. Sie stehen für sich und überstrahlen den Münchhausen. „Smart Flesh“ bietet Abwechslung, Intimität und elegische Harmonien. Also alles, was man bei Crosby, Stills & Nash kennengelernt und bei Fleet Foxes lieben gelernt hat. Muss noch mehr gesagt werden?


The Low Anthem

Smart Flesh
Bella Union / Coop / VÖ: 25.02.2011

Erstveröffentlichung des Artikels auf Intro.de (Print: Intro #189)


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