Rezension /// Sweet Apple „Love & Desperation“

Musik für den Ü-30-Stammtisch und für arthritische Kegelabende. Nicht mehr und nicht weniger.
Die schlohweißen zotteligen Haare von J Mascis (Dinosaur Jr, Witch) sind für Promofotos das, was Heidi Klum für „Germany’s Next Top Model“ ist: ein Garant dafür, auf bekannte Weise unterhalten zu werden. Das kann man gut oder schlecht finden. Worauf bei J Mascis alle warten, ist das Anknüpfen an die guten alten 90er, als Dinosaur Jr noch mit Spike Jonze in den Straßen von New York Crossgolf spielten („Feel The Pain„). Dass er nicht so alt ist, wie er seit Jahren aussieht, hat er unter anderem mit den letzten Dinosaur-Jr-Alben „Beyond“ und „Farm“ bewiesen.

Sein neues Projekt Sweet Apple, das er zusammen mit Tim Parnin und Dave Sweetapple als Musiktherapie für den vom Leben gebeutelten John Petkovic (Cobra Verde, Ex-Guided By Voices) ins Leben gerufen hat, ist ein fuzziger Bastard aus dem altbekannten Mascis-Signature-Sound und der kehligen Stimme von Petkovic. Leider gehen dem vergnügten Altherrenquartett spätestens mit „Hold Me, I’m Dying“ die Ideen aus, und man versteht, wie sich Bill Murray jeden Morgen in „Und täglich grüßt das Murmeltier“ gefühlt haben muss. Das kann auch ein J Mascis nicht mehr retten.

image: via sweetapplesongs.com

sweet apple
„love & desperation“
tee pee / cargo

sweet apple zuhause

Diese Rezension erschien zuerst auf Intro.de

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