Rezension /// Cats on Fire – „Our Temperance Movement“

„It’s a long road to Manchester“ und ein noch viel längerer Weg bis ins finnische Turku. Cats On Fire, die sich in der zweitgenannten Stadt heimelig fühlen, haben sich aufgemacht, um eben diese Distanz zu überwinden und alle nationalen Klangfarben aus dem Weg zu räumen.

Das gelingt ihnen gut. Leichtfüßig und dennoch voller Zynismus wandeln Cats On Fire auf den Pfaden von Johnny Marr und Steven Patrick Morrissey, die von 1982 bis 1987 die Blaupause für den englischen Indie-Pop der 90er lieferten.

Doch der Smiths-Stempel funktioniert immer noch bestens, und auch die juvenile Tinte scheint niemals zu versiegen. „You still find truth in the follies of youth“, bemerkt auch sogleich Matthias Björkas in „Horoscope“ und eröffnet damit einen paraphrasierten Wortstrom, der thematisch viele Referenzen setzt und keine prekären Fettnäpfchen auslässt. Selten zuvor wurden Zynismus und Selbstironie so gesellschaftsfähig gemacht wie auf „Our Temperance Movement“. Selten zuvor konnte man auch noch so gut dazu tanzen. Feiern und resignieren auf hohem Niveau, herzlich willkommen im Rezessionsjahr!

Director: Henri Nyrhinen

Cats on Fire zuhause.
Cats on Fire bei Starving In The Belly Of A Whale.

Diese Rezension erschien zuerst auf intro.de.

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