Wir lieben das Leben und haben die Mittel

Edeka-Werbung im Vergleich 2009 und 1977. Oh weh, da haben sich die Marketing-Chefs von Edeka aber was ganz tolles, megamäßig junges und fesches einfallen lassen. „Lass uns doch mal ein Musical machen. So ein richtiges mit Darstellern und ganz viel Product Placement.“

http://www.youtube.com/v/rM2_AhBhfi0&hl=de&fs=1&

Im Gegensatz dazu hört sich Rudi Carrells Werbesong für den Discountriesen noch recht sympathisch an.

http://www.youtube.com/v/9l_jGkXk1iQ&hl=de&fs=1&

6 thoughts on “Wir lieben das Leben und haben die Mittel

  1. Das ist ja ein Graus! Bei YouTube steht das Musical wurde damals zum Beginn der "Wir lieben Lebensmittel"-Kampagne aufgefürht. War das für die Kunden gedacht? Geschäftspartner? Mein Tip wären ja die Mitarbeiter, die so auf den neuen Kurs eingeschworen werden sollten. But, i don't know…

  2. Jau, jetzt habe ich es auch gesehen. Interessant ist in diesem Fall auch die Quelle des Zeit-Artikels. Der Kulturwissenschaftler Rudi Maier hat einige Aspekte der Firmenhymnen in seinem Artikel: "Ein Herz braucht das Blut, so wie wir unsere Kunden…" zusammengefasst.Im Abstract heißt es: "Sie sollen MitarbeiterInnen motivieren und ans Unternehmen binden und sie stellen eine neue Form der Produktivität dar, die an den „immateriellen Verbindungsstellen der Produktion von Sprache, Kommunikation und des Symbolischen“ anzusiedeln ist (Negri/Hardt: Empire, 47). Im Zentrum der Firmenhymne steht die aktivierende Aufforderung sich "mit Leib und Seele" im Unternehmen einzubringen. Unternehmen nutzen Firmenhymnen (und Firmensongs) darüber hinaus als weiteres Alleinstellungsmerkmal im Kampf um das knappe Gut Aufmerksamkeit und sie markieren eine bedeutsame Transformationslinie: Den Übergang von der Industriearbeit, musikalisch gekennzeichnet durch das Arbeiterlied (das emblematisch für die Klassengegensätze im Arbeitsregime der Fabrik stand), zur gegenwärtigen (postfordistisch verfassten) Gesellschaftsordnung einer „Wissensgesellschaft“, in der im Zuge eines umfassenden „Kulturalisierungsprozesses“ (Lindner, 1995) die Produktion von symbolischen Gütern und Dienstleistungen enorme Bedeutung gewonnen hat. Zusammengefasst: Firmenhymnen sind aktueller Ausdruck des gesellschaftlichen Wandels vom industriellen zum kognitiven Kapitalismus. "Vom industriellen zum kognitiven Kapitalismus, aha!!! Maier betont auch, dass Firmenhymnen auch immer als Aufurf zur Subjektivierung der Arbeitswelt zu lesen sind. Klingt in diesem Fall ziemlich banal, aber letztlich ist dies eine neue art der Arbeiterbindung. Wie neu diese Bindung wirklich ist, müsste man mal nachprüfen.

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s