"I’m fine mom, how is Washington?"

In den Untiefen einer externen Festplatte verbergen sich wahre Erinnerungswelten, die man nur wieder freilegen muss. Eine dieser Erinnerungen verbirgt sich bei mir im Ordner „Indie/Post/Avant-Murks“, dann noch schnell bis zum Buchstaben „T “ scrollen und schwupps hat man das Ziel der Reise erreicht. Dort habe ich nämlich neben Genregrößen wie The Blood Brothers und These Arms Are Snakes auch einen gewissen Travis Morrison mit seiner Hauptband The Dismemberment Plan abgespeichert.
Leider gibt’s The Dismemberment Plan seit 2003 nicht mehr. Sänger Travis Morrison hat noch einige Soloplatten veröffentlicht. Nun gut, 2007 tat man sich erneut zusammenen, um einige Gigs zusammen zu spielen, aber eigentlich herrscht ansonsten Funkstille. Was wirklich sehr traurig ist, denn TDP sind eine der einflussreichsten Indie-Bands der 1990er gewesen, wie Pitchfork bestätigt.

Da hätte ich doch fast vergessen ihren musikalischen Stil zu beschreiben, was gar nicht mal so einfach ist. Im Prinzip wechseln sich da konsequent auf Rhythmus ausgerichteter Indie-Rock mit verqueren Post-Hardcore-Riffs und einer Portion Post-Punk ab. Addiert man dazu noch Morrisons elaborierten Gesang kommt man schnell in einen Erklärungsnotstand. Er spricht, singt, battelt und wuselt sich in einer mehr als schlurfigen Manier durch die Songs. Später öffnet sich ihr Instrumentarium und wird um Synthies und noch mehr Perkussion erweitert. „Change“ (2001) lässt sich letztlich gar nicht mehr mit ihren Anfangstagen verlgeichen.

Pitchfork führt ihr 99er Werk „Emergency & I“ in der Top 20-Liste, der besten Alben der 1990er, noch vor Beck („Odelay“) und den Smashing Pumpkins („Siamese Dreams“). Das ist doch mal was. Und weil sich ein solcher Beitrag für jede Band wie eine 2-stündige Ego-Dusche anfühlen wird, kann man sich den auch mal in ganzer Länge durchlesen:

Travis Morrison and the Plan didn’t hold a thing back. On this, their third and penultimate album, they recklessly careened through an all-encompassing sonic landscape and nailed every possible, terrifying angle along the way: „What Do You Want Me to Say“ seethes with rabid frustration; „Gyroscope“ and „The City“ are wantonly pop-inflected slices of wistful melancholia; „Memory Machine“ and „8½ Minutes“ jut out with razor-sharp abandon; „Spider in the Snow“ and „The Jitters“ swim in demoralization and reflectiveness; „I Love a Magician“ is warped by its own maniacal impulses; „Back and Forth“ is the flammable, anthemic call-to-arms for a revolution that demands you stop giving a shit. The album’s lyric book reads better than half the modern volumes on my bookshelf. Modern R&B should have as much rhythm. Modern rock should have as much balls. –William Morris

http://www.youtube.com/v/VzvHmShmY7U&hl=de&fs=1&

„The Ice of Boston“ findet ihr auf „The Dismemberment Plan Is Terrified

http://www.youtube.com/v/jaOy6IBLt4o&hl=de&fs=1&

„Time Bomb“ findet ihr auf „Change

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