Kreuzberg demnächst ohne SO36?

Das SO36 feiert in diesem Jahr seinen 30. Geburtstag, aber leider wird es vielleicht sogar der letzte sein. Probleme gibt es diesmal nicht von Seiten der Gentrifizierung wie jüngst in Hamburg beim Molotov (Link 1, Link 2), sondern ein Nachbarschaftsstreit ist die Wurzel allen Übels. Ein Anwohner fühlt sich in seiner Ruhe gestört; das Wirtschafts- und Ordnungsamt hat sich eingeschaltet; Lärmreduzierung in „Zimmerlautstärke“ ist die Folge. Konzerte in bekannter Lautstärke könnte es weiterhin geben, wenn die Betreiber eine Schallschutzmauer für 80.000 Lenzen einrichten. Doch woher das Geld nehmen? Deswegen wurde jüngst eine Kampagne gestartet, die zu Spenden aufruft.

Hier der Aufruf:

„SO36 – 30 Jahre ohne Mauer sind genug!

Das Kollektiv für Kultur- und Musikveranstaltungen SO36 in der Kreuzberger Oranienstraße feiert dieses Jahr sein 30jähriges Bestehen. Doch das SO36 ist gerade jetzt massiv bedroht.
Ein gewöhnlicher Nachbarschaftskonflikt um Ruhestörung hat sich zu einer existenz-bedrohenden Krise ausgeweitet. Letztlich scheint eine mehrere Meter hohe Schallschutzmauer die einzige Möglichkeit, das Weiterbestehen des SO36 in Kreuzberg zu sichern. […]


Am 27. Februar erreichte uns ein Schreiben mit Auflagen zur Lärmreduzierung. Natürlich bedeutet so ein Brief noch nicht das Ende, aber wir können diese Auflagen so zunächst nicht erfüllen. Denn das, was sich offiziell Lärmreduzierung in Wohn- und Mischgebieten nennt, heißt für uns konkret: Konzerte in „Zimmerlautstärke“. Um zu einer einvernehmlichen Lösung zu kommen, führt letztlich kein Weg an umfangreichen bauakustischen Maßnahmen im SO36 vorbei. Zentrum dieser Maßnahmen wird die Errichtung einer Schallschutzmauer neben unserem Gebäude sein. Das SO36 ist jedoch finanziell nicht in der Lage, die Kosten ( etwa 80.000€) für den Bau der Mauer zu tragen.
Ohne Unterstützung bedeutet dies das Ende des SO36.

Was wir wollen

Es war 30 Jahre lang kein Problem das SO36 so zu betreiben wie es ist. So wie die Hochbahn seit 100 Jahren durch den Kiez rattert und trotz Sanierung nachts immer noch lauter ist als wir, muss auch das SO36 erhalten bleiben. In den letzten Jahren hat sich auch bei uns einiges verändert. Durch vielfältige Investitionen zur Soundverbesserung sind wir effizienter und leiser geworden. Aber es gibt eine Grenze, an der es nicht mehr weiter geht. Wir können und wollen keine Konzerte und Partys auf Zimmerlautstärke veranstalten.
Bezirk und Stadt müssen eine Lösung finden! Es sind nicht die oft bemühten Sachzwänge, die dem Fortbestehen des SO36 im Wege stehen, sondern es ist eine politische Entscheidung. Wenn es möglich ist, Großprojekten wie der O2-World Millionen für infrastrukturelle Anbindung zu gewähren und Lärm-Sonderverordnungen zu erlassen, dann kann es nicht unmöglich sein, eine Lärmschutzmauer für das SO36 zu finanzieren.
Wir sind eine kulturelle, soziale und wirtschaftliche Bereicherung.


Deshalb fordern wir von Bezirk und Stadt:

· Gebt uns Geld für eine Schallschutzmauer, damit wir unsere Arbeit fortsetzen können.
· Es ist nicht an der Zeit dem SO36 Steine in den Weg zu legen, sondern Bedingungen zu schaffen, damit es weiter geht. Wir brauchen weder Lippenbekenntnisse noch Auflagen, sondern konkrete Unterstützung! Es geht um die Entscheidung für oder gegen unsere Kultur.


Was du tun kannst:

Wir fordern eine politische Lösung, also muss die Politik auch erfahren, daß dieses Problem viele betrifft. Laß sie es wissen, indem du ihnen eine mail schreibst! Schließlich ist dieses Jahr ein „Superwahljahr“! 1. Schreib eine mail an die unten genannten Adressaten.

Die Linke: info@dielinke-fk.de /// Die SPD: info@spd-fraktion-friedrichshain-kreuzberg.de ///Die Grünen: info@frieke.de /// Bürgermeister von Kreuzberg: buergermeister@ba-fk.verwalt-berlin.de“

Foto: „So 36“, Thomas Leuner, 1984

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